Raumschiff Erde im Defizit

Raumschiff Erde im Defizit
Steht unser blauer Planet kurz vor dem Kollaps? Der „Welt-Erschöpfungstag“ — heuer am 19. August 2014 — soll darauf aufmerksam machen, dass wir schon auf Pump leben. Das bedeutet, dass wir zu diesem Termin alle weltweit nachwachsenden Rohstoffe aufgebraucht hatten, die uns für das gesamte Jahr zur Verfügung standen.
Was bedeutet „overshoot“?
Das war nicht immer so. Über viele Jahrtausende lebte die Menschheit im Einklang mit der Natur. Es wurden maximal so viele Rohstoffe verbraucht, wie bequem wieder erzeugt werden konnten. Der CO2-Ausstoß fiel bis zum Beginn der Industrialisierung in der Mitte des 18. Jahrhunderts fast gar nicht ins Gewicht. Der Weltverbrauch pro Jahr ist etwa 60.000 Tonnen Rohstoffe aus der Natur. Erst seit etwa 30 Jahren nimmt sich der Mensch mehr, als der Planet leisten kann. Dieser „overshoot“ (ökologischer Fehlbetrag) wird jedes Jahr größer.
Wir leben „auf Pump“
Man muss sich das vorstellen wie bei einem Bankkonto: Obwohl das Konto leer ist, heben wir ab. Tag für Tag. Wir leben sozusagen „auf Pump“ und machen ökologische Schulden bei der Natur. Nur: sie ist nicht in der Lage uns ewig Kredite zu erteilen. Die Erde kann jährlich nur eine bestimmte Menge ihrer so genannten Biokapazität (= Rohstoffe) selbst wieder auffüllen. Aber irgendwann werden alle Reserven erschöpft sein.
Wie wird der Termin berechnet?
Das Konzept des „Welterschöpfungstages“ wurde 2007 von der englischen NEF (New Economic Foundation) entwickelt, um den drohenden Kollaps noch stärker ins Blickfeld zu rücken. Das Global Footprint Network mit Sitz in Kalifornien ist für die Errechnung des genauen Datums zuständig. Anhand präziser statistischer Daten wird der so genannte „ökologische Fußabdruck“ errechnet. Dieses Modell zeigt an, welche Spuren die Menschheit durch ihre Lebensweise hinterlässt. Die Wissenschaftler müssen herausfinden, welche Land- und Meeresflächen wir brauchen, um die notwendigen Güter für ein Jahr zu produzieren und den entsprechenden Abfall zu entsorgen. Dieser Wert wird mit dem verglichen, was die Ökosysteme der Erde tatsächlich leisten können. Auch die Bevölkerungs-entwicklung und das Kaufverhalten der Menschen weltweit spielen eine Rolle.
Wie sieht die Zukunft aus?
Besonders besorgniserregend: Etwa Dreiviertel der Menschen haben mit dem Konsum noch gar nicht richtig begonnen. Bisher sind vor allem Europa und Nordamerika für die Ausbeutung des Planeten verantwortlich, weil sie viel mehr verbrauchen als ihnen zusteht. Asien und Afrika haben dagegen noch ein großes Plus. Aber auch das könnte sich durch die boomende Wirtschaft in bevölkerungsreichen Ländern wie China oder Indien bald ändern. Seit 1970: CO2 Ausstoß mehr als verdoppelt Einen besonders großen Anteil am „ökologischen Fußabdruck“ hat der so genannte „carbon footprint“. Durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas wird mehr CO2 freigesetzt als die Erdatmosphäre verkraften kann. Seit 1970 hat sich der CO2 Ausstoß mehr als verdoppelt und macht die Hälfte des „ökologischen Fußabdrucks“ aus.
Wie umweltverträglich lebst du?
Um das Problem langfristig in den Griff zu bekommen, müssen wir die Notbremse ziehen und sparsamer mit den Ressourcen sein! Ihr möchtet wissen, wie groß euer eigener ökologischer Fußabdruck ist? Das könnt ihr hier überprüfen www.footprint-deutschland.de. Im Vergleich: Weltweit liegt er bei 2,7 Hektar pro Person und Jahr, in Deutschland bei 5,1. Das heißt Deutschland beansprucht zweieinhalb Mal mehr Biokapazität, als es selbst an Produktionsfläche zur Verfügung stellen kann. www.wasistwas.de/natur-tiere

http://www.footprintnetwork.org/en/index.php/GFN/page/earth_overshoot_day/

Sogar das mit reichhaltigen Naturgütern gesegnete Österreich ist seit Ende der 1980er Jahre im nationalen ökologischen Defizit. Dem durchschnittlichen Fußabdruck von 5,3 globalen Hektar pro Person steht heute eine Biokapazität von nur 3,3 globalen Hektar gegenüber. Es bräuchte also 1,6-mal Österreich um alle Österreicher mit dem aktuellen Bedarf an Naturressourcen auszustatten. Österreich hätte entsprechend der globalen Ressourcen bereits Anfang Mai sein zustehendes Kapital erschöpft und lebt seitdem auf Öko-Pump. href="http://www.footprint.at">www.footprint.at, href="http://www.mein-fussabdruck.at">www.mein-fussabdruck.at

1987 19. Dezember
1993 21. Oktober
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2014 19. August

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